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Welle-Nabe-Verbindungen kraft- und formschlüssig

Bei folgenden Verbindungen wird die Drehmomentübertragung ausschließlich durch das Verspannen von Welle und Nabe erreicht. Der Anteil des Formschlusses ist sehr gering. Diese Welle-Nabe-Verbindungen sind nicht mit den Varianten zu verwechseln die nur nach dem Formschlussprinzip arbeiten.

Keilverbindungen werden heute in der Praxis wenig eingesetzt. Die genaue Vorspannkraft und damit das zu übertragende Drehmoment kann nicht exakt ermittelt werden. Die geringe Steigung von 1:100 erzeugt in der Nabe eine hohe einseitige Vorspannung, die die Nabe verziehen und dadurch eine Unwucht erzeugen kann. Durch die vorhandenen Nuten ist eine große Kerbwirkung zu berücksichtigen.
Als Vorteil ist die leichte Nachspannmöglichkeit und die gute Wiederverwendbarkeit zu nennen. Auch muss eine Keilverbindung nicht zusätzlich axial gesichert werden.

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Gewindestift Welle angebohrt

Bei dieser Verbindung wird ein Gewindestift mit einem konischen Ende, z. B. DIN 914, verwendet. Die Welle wird bei Montage angebohrt, um noch eine formschlüssige Sicherung bei versagen der Verbindung zu erhalten. Außerdem ist die Demontage einer solchen Verbindung einfacher da kein Grat entsteht der das Herausziehen der Welle aus der Nabe erschwert wie bei Verbindungen bei denen ein glatter Gewindestift Verwendung findet der direkt auf der Mantelfläche der Welle wirkt.

Welle-Nabe- Keilverbindung mit Nut

Keilverbindung mit Nut

Bei dieser Verbindung wird in die Welle eine Nut eingebracht. In die Nabe wird ebenfalls eine Nut eingearbeitet. Die zur Welle gerichtete Fläche erhält eine Steigung im Verhältnis von 1:100. In die beiden Nuten wird eine entsprechende Passfeder mit der gleichen Steigung seitlich eingetrieben.

Welle-Nabe- Keilverbindung mit Wellenabflachung

Flachkeil

Bei dem Flachkeil wird auf der Welle einseitig eine Fläche gefräst. In die Nut der Nabe und der Abflachung auf der Welle wird der Keil getrieben.

weitere Informationen DIN 6883
Welle-Nabe- Nasenkeil

Nasenflachkeil

Ist zum Austreiben des Keiles von der Rückseite kein Freiraum vorhanden, kann ein Keil mit Nase eingesetzt werden. Dieser sogenannte Nasenkeil kann von der Eintriebseite durch das Setzen eines Keiles zwischen Nase und Nabe ausgetrieben werden. Keile mit Nase gibt es als Flach- und Nutenkeil.

weitere Infomatioenen DIN 6884 (Nasenflachkeil)
DIN 6887 (Nasenkeil)
Welle-Nabe- Nasenkeil

Tangentkeil

Bei den Tangentkeilen werden zwei Keile von jeweils einer Seite der Nabe in die dafür vorgesehene Nut eingeführt und gegeneinander verspannt. Ein zweites Keilpaar wird 120 Grad versetzt in die tangential in Welle und Nabe eingebrachten Nuten eingebaut. Diese Verbindung ist wegen des Anliegens der Keile an der gesamten Seitenfläche zur Übertragung großer Drehmomente geeignet. Die Welle muss zum Einführen der Keile im Bereich der Nabe im Durchmesser größer sein.

weitere Informationen DIN 268 / 271

Autor: Uwe Koerbitz

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